Milchwirtschaftl. Bildungszentrum: Molkereimeister
 
Molkereimeisterschüler besichtigen interessante Betriebe

Der 55. Molkereimeisterlehrgang der LUFA Nord-West machte sich in der Begleitung von Dr. Lutz Beckmann, Rudolf Niehues und Andrea Poppe am 14.04.2010 auf dem Weg zu einer dreitägigen Exkursionstour.

Der erste Stopp wurde bei GEA Westfalia Separator in Oelde eingelegt. Herr Dipl. Ing. J. Rollié, der die Gäste aus Oldenburg begrüßte, gab einen Überblick über den GEA-Westfalia Separator-Konzern, insbesondere über den Standort Oelde. Hier werden auf über 72.000 m2 von etwa 1700 Mitarbeitern Separatoren / Dekanter entwickelt und gebaut. Die Dekanterfertigung befindet sich in Niederahr bei Koblenz. Weltweit sind im Unternehmen 3.000 Personen beschäftigt mit 4 weiteren Produktionsstandorten und 50 Vertriebs- und Servicegesellschaften. Funktionsweise der Separatoren und Dekanter, Anwendungbereiche und Aussichten für die zukünftigen Entwicklungen der Technik waren nur einige der Punkte die vorgetragen und diskutiert wurden. In einem vom Wettbewerb hart umkämpften Markt sieht Herr Rollié das Traditionsunternehmen GEA Westfalia Separator mit seinem hohen Innovationsgrad sehr gut für den internationalen Wettbewerb aufgestellt.

In einer von Herr Wittelmann, (Ruheständler, mit über 50jähriger Betriebszugehörigkeit) geführten Betriebsbesichtigung, wurde schnell jedem Teilnehmer der hohe technische Aufwand deutlich, der erforderlich ist, um diese so relativ einfach im Aufbau erscheinenden Maschinen herstellen zu können. Mit hoher Sachkenntnis und auch ein wenig Stolz führte er die Gruppe durch die Hallen und gab Einblicke auch in die modernen Fertigungseinrichtungen. Ein kleiner Abstecher führte die Teilnehmer in die Vergangenheit. Im Deutschen Zentrifugen Museum e.V. auf dem Werksgelände skizzierte Herr Wittelmann nochmals die geschichtliche Entwicklung der Maschinenfertigung in Oelde. Während eines vorzüglichen Mittagessens konnten die Molkereimeisterschüler mit Herrn Rollié und Herrn Wittelmann diskutieren und bekamen noch offene Fragen beantwortet.

Die Exkursionsgruppe bei der Firma Westfalia mit dem Herrn Dipl.-Ing. Rollié (1. von links) und Herrn Wittelmann (1. von rechts)
Die Exkursionsgruppe bei der Firma Westfalia mit dem Herrn Dipl.-Ing. Rollié (1. von links) und Herrn Wittelmann (1. von rechts)

Am Nachmittag wurde die Exkursionsgruppe durch die Herren Tewes und Schröder bei der Firma Ecolab in Düsseldorf begrüßt. Die Firma Ecolab ist ein eigenständiges Unternehmen auf dem Gelände der Firma Henkel. Die Kernkompetenzen der Firma Ecolab sind u. a. Reinigung und Lebensmittelsicherheit, Desinfektion, Infektionsprävention und Handhygiene. Herr Schröder vermittelte anhand von Bildern und Schaumodellen die Einsatzmöglichkeiten und die Handhabung von R&D-Mitteln sowie die Folgen bei falscher Handhabung.

Die Exkursionsgruppe bei der Firma Ecolab mit Herrn Schröder (4. von rechts)
Die Exkursionsgruppe bei der Firma Ecolab mit Herrn Schröder (4. von rechts)

Am Vorabend der Besichtigung der ZENTIS GmbH & Co KG in Aachen stand Herr Thomas Kern, Leiter der Lebensmittelsicherheit & Hygiene und ehemaliger Schüler der LUFA Nord-West bei einem gemütlichen Beisammensein den Molkereimeisterschülern bereits für Fragen zur Verfügung.

Am nächsten Morgen wurde der Standort an der Jülicher Straße in Aachen besichtigt. Die Geschichte der Konfitüren- und Süßwarenfabrik Franz Zentis begann 1893, als Franz Zentis in Aachen ein Kolonialwaren- und Lebensmittelgeschäft gründete. Heute beschäftigt die ZENTIS GmbH & Co. KG rund 1.300 Mitarbeiter in Aachen und gilt mit einer Fruchtverarbeitungskapazität von mehreren hundert Tonnen Ausstoßvolumen täglich als einer der größten fruchtverarbeitenden Betriebe Europas. Die angehenden Molkereimeister konnten sehen, wie Fruchtzubereitungen hergestellt werden, mit denen nicht nur deutsche, sondern viele der namhaften europäischen Molkereien beliefert werden. Zahlreiche Mitarbeiter begleiten die gesamte Prozesskette – vom Ursprung der Frucht bis zum fertigen Endprodukt.

Die Exkursionsgruppe bei der Firma Zentis in Aachen mit Herrn Thomas Kern (1. von links)
Die Exkursionsgruppe bei der Firma Zentis in Aachen mit Herrn Thomas Kern (1. von links)

Anschließend machte sich die Exkursionsgruppe auf dem Weg zur Besichtigung des Opelwerks nach Bochum. Das Opelwerk steht auf einem ehemaligen Bergbaugelände. Pro Tag werden ca. 800 – 1200 Autos (nur auf Bestellung) produziert.

Die deutsche Autoindustrie konnte sich nur mit Qualitätsfahrzeugen und einem hohen Automatisierungsgrad am Weltmarkt behaupten. Von ehemals 21.000 Mitarbeitern sind in Bochum noch ca. 5.200 Mitarbeiter tätig. Der „Mitarbeiter“ Roboter ist heute nicht mehr wegzudenken, arbeitet er doch rund um die Uhr, streikt nicht und wird auch nicht krank. Laut Forderung der Konzernleitung sind nochmals 1800 Arbeitsplätze abzubauen. Modernste Fertigungsstraßen führen auf endlos scheinenden Förderbänden die verschiedenen Bauteile an das Montageband, zur Fertigung der verschiedenen Fahrzeugtypen mit ihren unterschiedlichen Ausstattungen, Motoren und Farben. Kostendruck, hohe Qualitätsanforderungen des Handels, geringe Weltmarktpreise geben den Weg auch für die Milchwirtschaft vor. Diese Erkenntnis konnte jeder Teilnehmer für sich mitnehmen. Dies im Berufsleben umzusetzen wird die Herausforderung an die jungen Molkereimeister sein.

Die Exkursionsgruppe bei Opel in Bochum
Die Exkursionsgruppe bei Opel in Bochum

Im Landhaus Stumpe in Bissendorf wurde ein letztes Mal übernachtet. Nach dem Frühstück fuhr die Exkursionsgruppe zur Humana Milchindustrie GmbH nach Georgsmarienhütte. Im Werk in Georgsmarienhütte werden jährlich ca. 500 Millionen Liter Milch mit ca. 330 Mitarbeitern zu verschiedenen Quarkspeisen, Käsesorten und Mascarpone verarbeitet. Die angegliederte Firma Euro Cheese Vertriebs-GmbH ist für die Konfektionierung von Käse (Käse schneiden, reiben raspeln und portionieren) zuständig.
Nach einer ausführlichen Betriebsbesichtigung durch Herrn Michael Schawe (Produktionsleiter) informierte Herr Bergmann (Betriebsleiter) die Exkursionsgruppe über Daten, Fakten und weiteren Zielsetzungen des Werkes. Nach einem gemeinsamen Mittagessen machte sich die Exkursionsgruppe wieder auf nach Oldenburg.

Besuch bei der Firma Humana Milchindustrie in Georgsmarienhütte mit Herrn Bergmann (1. von links) und Herrn Schawe (2. von rechts)
Besuch bei der Firma Humana Milchindustrie in Georgsmarienhütte mit Herrn Bergmann (1. von links) und Herrn Schawe (2. von rechts)

In den vielen Diskussionsrunden in den Betrieben wurde den Molkereimeisteranwärtern eines klar: „nach der Prüfung ist vor der Prüfung“. Den Meistertitel durch die Prüfung zu erlangen ist der geringere und einfachere Teil. Wichtiger ist es, den Herausforderungen des beruflichen Lebens, durch Anwendung des Erlernten neue Wege zu gehen. Dies stets weiter zu optimieren, nicht stehen zu bleiben und immer über den Tellerrand zu schauen. Was machen die anderen besser!

Die LUFA Nord-West - Institut für Lebensmittelqualität – bedankt sich, auch im Namen des 55. Molkereimeisterlehrganges, recht herzlich bei den Firmen für die freundliche Aufnahme, die Offenheit in den Diskussionen, die Begleitung und Bewirtung.



Kontakt: Andrea Poppe
Verwaltung, Bildung
Telefon: 0441 97352-157
Telefax: 0441 97352-141
E-Mail: andrea.poppe@lufa-nord-west.de

 
 
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