Grassilagen jetzt untersuchen lassen
Den Auftragsvordruck für die Untersuchung von Gras- und Maissilagen finden Sie hier.

Qualitätssilagen sind die Basis einer ökonomischen und leistungsgerechten Wiederkäuerfütterung
Die so genannten wirtschaftseigenen Futtermittel (Gras- und Maissilage) machen nach wie vor den größten Anteil in den hiesigen Wiederkäuerrationen aus. Gerade in Zeiten hoher Kraftfutterpreise kommt den wirtschaftseigenen Futtermitteln schon aus ökonomischen Gründen eine besondere Bedeutung zu. Natürlich wird auch aus physiologischen Gründen eine möglichst hohe Nährstoffversorgung durch die Grundfutter angestrebt, die gerade durch eine hohe Futteraufnahme bei einer wohlschmeckenden Silage gewährleistet wird. Jeder Landwirt sollte genaue Kenntnisse über die Inhaltsstoffe und den Futterwert seiner Silage haben, denn nur dann kann mittels einer betriebsspezifischen Rationsberechnung eine wirtschaftlich optimierte bedarfsgerechte Wiederkäuerfütterung erfolgen.
Aufgrund der regional unterschiedlichen, z. T. aber sehr trockenen Witterungsbedingungen im bisherigen Erntejahr, ist auch mit entsprechenden Schwankungen bei den Grundfutterqualitäten zu rechnen. Eine Untersuchung des Futterwertes der eigenen Grassilage ist daher für eine leistungsgerechte und ökonomische Fütterung dringlich zu empfehlen.

Probenahme und Probenlogistik

Nach abgeschlossener Silierung (ca. sechs Wochen) sollten die Grassilageproben möglichst frühzeitig mit Hilfe eines Probenstechers gezogen werden, damit eine entsprechende Futterplanung und Rationsberechnung vor Anschnitt des Silohaufens erfolgen kann. Der Probenstecher sollte an ein bis fünf Stellen in den Silohaufen gebohrt werden, um einen repräsentativen Querschnitt durch den Futterstock zu erhalten. Das entnommene Grundfutter wird in einem Eimer gesammelt und gut gemischt. In die Einstichstelle im Silohaufen sollte etwas Viehsalz gegeben werden und anschließend ist die Silofolie mit einem entsprechenden Klebeband sorgfältig zu verschließen.
Etwa 500 g der Probe werden in einen Plastikbeutel gefüllt, verschlossen, beschriftet und mit einem Untersuchungsauftrag je Probe zum Institut für Futtermittel der LUFA Nord-West (Anschrift: Jägerstraße 23-27, 26121 Oldenburg, Tel.: 0441/801850, Fax: 0441/801871) geschickt. Die Beschriftung kann bei mehreren Proben durch fortlaufende Nummern mit Hilfe eines wasserfesten Stiftes auf den Plastiktüten erfolgen.

Um einen reibungslosen Untersuchungsablauf zu gewährleisten, sollten die folgenden Punkte beachtet werden:
Zu jeder Grundfutterprobe gehört ein eigener Untersuchungsauftrag! Verwenden Sie bitte den aktuellen Auftragsvordruck für wirtschaftseigene Futtermittel 2010/2011 (Download: www.lufa-nord-west.de/lufa2/downloads/pdf/wirtschaftseigene.pdf). Tragen Sie die volle Anschrift des Auftraggebers=Rechnungsempfängers gut leserlich ein. Falls Sie schon eine LUFA-Kunden-Nummer besitzen, geben Sie diese bitte an. Ein sorgfältig ausgefüllter Auftrag erleichtert die Bearbeitung und die zügige Untersuchung der Probe. Wenn Sie eine Ergebnisübermittlung per E-Mail wünschen, so tragen Sie bitte Ihre E-Mailadresse auf dem Auftragsvordruck ein. Benutzen Sie den Auftrag nur für die dort aufgeführten wirtschaftseigenen Futtermittel. Die Untersuchung von Mischfutter, Getreidemischungen oder sonstigen wirtschaftseigenen Futtermitteln mittels NIR ist nicht möglich. Sie müssen im Labor nasschemisch analysiert werden. Für diese Untersuchungen können Sie unseren Untersuchungsauftrag für Handelsfutter nutzen (Download: www.lufa-nord-west.de/lufa2/downloads/pdf/Handelsfuttermittel.pdf). Falls Sie die Silage als Substrat in einer Biogasanlage einsetzen möchten, verwenden Sie bitte den speziellen Auftragsvordruck für Biogas (www.lufa-nord-west.de/lufa2/downloads/pdf/Auftragsformular_Biogas.pdf). Nur dort werden einige wichtige Zusatzuntersuchungen und -bewertungen für Biogasproben angeboten.

Kostenloser Kurierdienst
In allen niedersächsischen Regionen fährt ein Kurier- und Probenabholdienst festgelegte Abholstellen an und holt dort kostenlos die Proben ab. Die Liste der Abholstellen sowie die Abholzeiten sind im Internet (www.lufa-nord-west.de/lufa_184.php) nachzulesen. Die Proben müssen mindestens 30 Minuten vor der angegebenen Uhrzeit vorliegen bzw. in der Region Hannover ein Tag vor dem Abholtermin. Die Proben werden nachmittags zur LUFA gebracht. Größere Probenzahlen (ab ca. 30 Proben) sollten einen Tag vorher angemeldet werden, damit entsprechende Transportkapazitäten vorhanden sind.

NIR-Untersuchungsverfahren
Die Untersuchung der Silagen beginnt immer mit der Ermittlung der Trockensubstanz. Anschließend werden mit dem kostengünstigen NIR-Verfahren (Nahinfrarotreflexionsspektroskopie) die Rohnährstoffe bestimmt. Das NIR-Verfahren ist ein sehr modernes und schnelles Verfahren, das zur Ermittlung der Inhaltsstoffe bei Grassilage, Maissilage, CCM, bei wirtschaftseigenem Futtergetreide (Gerste, Roggen, Triticale und Weizen) sowie bei Sojaschrot vom Institut für Futtermittel mit sehr gutem Erfolg in der Praxis eingesetzt wird. Das NIR-Verfahren ermöglicht die gleichzeitige Messung mehrerer Inhaltsstoffe. Wichtig ist jedoch, dass es sich um keine Mischungen von unterschiedlichen Futtermitteln handelt. Hierfür kann das NIR-Verfahren nicht eingesetzt werden. Mischungen müssen wie Mischfuttermittel wesentlich aufwendiger im Labor nasschemisch analysiert werden.

Untersuchungspakete für Gras- und Maissilage
Für die verschiedenen wirtschaftseigenen Futtermittel werden von der LUFA Nord-West unterschiedliche Standard- und Zusatzuntersuchungen angeboten. Beispielsweise enthält das Untersuchungspaket Standard 3 für die Untersuchung von Grassilage und Heu neben der Energiebewertung (NEL und ME) die Parameter Gasbildung, Rohprotein, nXP, RNB, Rohfaser, ADForg, NDForg, Rohasche, Sand, Zucker, Strukturwert, Trockensubstanz und den pH-Wert. Die genaue Zusammensetzung der jeweiligen Untersuchungspakete ist auf dem aktuellen Auftragsvordruck für wirtschaftseigene Futtermittel aufgeführt.

Mineralstoffe und Spurenelemente
Beim Einsatz von Grassilage bei Hochleistungskühen ist es wichtig, die Mineralstoff- und Spurenelementgehalte zu kennen, da diese erfahrungsgemäß sehr stark schwanken. Hier zeigen sich dann die Unterschiede durch Standort, Düngung, Bestandszusammensetzung und Betriebsmanagement. Die Mineralstoffe üben wichtige Funktionen im Stoffwechsel aus und sind lebensnotwendig. Wird keine Rationsberechnung durchgeführt, kann es zu Fehleinschätzungen beim Mineralfuttereinsatz kommen. Die Untersuchung der Mineralstoffe und Spurenelemente können beim Institut für Futtermittel der LUFA Nord-West im Baukastensystem betriebsspezifisch und problemorientiert in Auftrag gegeben werden. Diese zielgerichteten Untersuchungen sind für den Auftraggeber sehr kostengünstig, da nur die tatsächlich benötigten Parameter flexibel beauftragt werden können.

Die Gärqualität von Gras- und Maissilagen ist von Bedeutung
Nicht allein der Gehalt an Rohnährstoffen und der Energiegehalt der Silagen sind entscheidend, auch die Gärqualität ist von Bedeutung. Durch die Überprüfung der Gärqualität kann festgestellt werden, ob die Silierung erfolgreich war oder ob noch Schwachstellen vorhanden sind, die bei der nächsten Silagebereitung verbessert werden können. Bei der Ermittlung der Gärqualität folgt die LUFA Nord-West der Empfehlung der GfE aus dem Februar 2006.

Zusatzleistungen
Die Qualität der Untersuchungen hat bei der LUFA Nord-West einen sehr hohen Stellenwert. Dies ist durch die Akkreditierung als Prüflabor durch den Deutschen Akkreditierungsrat Prüfwesen (DAP) gem. DIN ISO 17025 dokumentiert. Somit verfügen wir nicht nur über eine interne, sondern auch über eine externe Qualitätskontrolle. Zur besseren Transparenz werden auf den Untersuchungsbefunden die jeweils angewandten Analysenmethoden mitgeteilt. Darüber hinaus werden auf dem Prüfbericht die aktuellen Mittelwerte der relevanten Inhaltsstoffe für den angegebenen Schnitt ausgewiesen. Diese Werte werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert und ermöglichen einen direkten Vergleich des untersuchten Grundfutters mit den Durchschnittswerten aller bis zu diesem Zeitpunkt untersuchten Grundfutterproben der aktuellen Saison. Auf den Untersuchungsbefunden finden Sie rechts neben den Untersuchungsergebnissen eine Spalte mit so genannten Zielwerten für die entsprechende Probenart. Es handelt sich hierbei um Werte, die von guten bis sehr guten Proben erreicht werden sollten. Diese stellen eine optimale Ergänzung zu den beliebten Durchschnittswerten dar. Selbstverständlich bieten wir auch weiterhin unseren Service der E-Mailrundschreiben an. Zu diesem Angebot gehören z.B. die Übersendung der aktuellen Durchschnittswerte für die jeweiligen Silageschnitte und von anderen Informationen in unregelmäßigen Abständen. Wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden möchten, senden Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff "Grundfutter" an iff@lufa-nord-west.de.

Noch weitere Fragen?
Sollten Unklarheiten bei der Grundfutteruntersuchung bestehen oder sollten Sie spezielle Fragen haben, so stehen Ihnen die Mitarbeiter des Instituts für Futtermittel der LUFA Nord-West unter der Telefonnummer 0441/801-850, über Fax unter 0441/801-871 oder Email unter iff@lufa-nord-west.de gern für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Dr. Michael Egert
Institut für Futtermittel, LUFA Nord-West

Den vollständigen Wortlaut des Artikels finden Sie hier PDF (Grassilageartikel)
Den Auftragsvordruck für die Untersuchung von Gras- und Maissilagen finden Sie hier PDF (wirtschaftseigene)
Die Liste aller Abholstellen incl. Abholtagen bzw. -zeiten finden Sie hier PDF ( Kurierdienst)
 
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Tel: 0441/8018-50
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