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Ausgezeichnet: Milchwirtschaftliches Bildungszentrum der LUFA Nord-West ist Vorbild für Nachhaltigkeit

Bundesbildungsministerium und Deutsche UNESCO-Kommission würdigen das in Oldenburg entwickelte Aus- und Weiterbildungskonzept zur nachhaltigen Entwicklung in der Milchwirtschaft.

Oldenburg/Bonn – Das Milchwirtschaftliche Bildungszentrum der LUFA Nord-West in Oldenburg ist am Mittwoch, 30. März, für sein herausragendes Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung und seinen besonderen Einsatz für die Globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission mit dem „Nationalen Preis – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden.

Die LUFA Nord-West ist das Laboranalytik-Unternehmen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Auszeichnung erfolgte für das Projekt NaMiTec (Nachhaltige Entwicklung in der Milchtechnologie).

Didaktische Konzepte und Materialien

„Um das Thema Nachhaltigkeit in die (über-) betriebliche Ausbildung in der Milchwirtschaft zu integrieren, müssen neue Themen mit bekannten, berufsfachlichen Inhalten verknüpft werden“, erläutert Dr. Helmut Steinkamp, Leiter des Instituts für Lebensmittelqualität bei der LUFA Nord-West, „dazu haben wir von Mai 2018 bis Oktober 2021 ein didaktisches Konzept inklusive Lehr-Lern-Materialien entwickelt.“

Die insgesamt fünf entwickelten Themenhefte bearbeiten Auszubildende im Rahmen ihrer betrieblichen Ausbildung. Eines dieser Hefte befasst sich beispielsweise mit der Milchverpackung: Eine Verpackung muss nicht nur die Ware schützen, sondern dient auch der Produktkennzeichnung und sorgt dafür, dass die Ware gut gelagert und transportiert werden kann. Außerdem ist die Verpackung immer auch Werbeträger und soll für die Kundschaft ansprechend gestaltet sein.

Die Auszubildenden vergleichen verschiedene Verpackungslösungen anhand unterschiedlicher Kriterien wie z.B. der Gebrauchstauglichkeit, der Reißfestigkeit, der Wasserdampfundurchlässigkeit und dem CO2-Fußabdruck der verschiedenen Materialien. Letztlich sind die Auszubildenden in der Lage, beurteilen zu können, ob der wiederverschließbare Stand-Milchbeutel, die Plastikflasche, der Getränkekarton oder die (Mehrweg-) Glasflasche die umweltfreundlichste Verpackung ist.

Ein sechstes Heft, ein pädagogisches Begleitheft, unterstützt die Ausbilder beim Einsatz der Materialien.

Im Nachfolge-Projekt QuaNEM (Qualifizierung für Nachhaltige Entwicklung in der Milchwirtschaft) hat die LUFA Nord-West außerdem in Abstimmung mit Ausbildungsbetrieben ein passgenaues Weiterbildungskonzept entwickelt, um Ausbilder dabei zu unterstützen, nachhaltige Inhalte in der betrieblichen Ausbildung praktisch und bedarfsgerecht zu vermitteln. Im Mittelpunkt stehen neben nachhaltigen Themen vor allem auch zeitgemäße methodische Kniffe.

Sieben Ausbilder haben erfolgreich an der Premiere des insgesamt achtwöchigen Kursus „Ausbilderqualifizierung: Nachhaltige Entwicklung in der Milchwirtschaft“ teilgenommen und ein Zertifikat des Milchwirtschaftlichen Bildungszentrums erhalten. Der Kursus ist an diesem Mittwoch in Verbindung mit einem Fachtag zu Ende gegangen. „Die Zukunftsfähigkeit und der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen hängen zunehmend davon ab, ob diese nachhaltig aufgestellt sind. Dieses Denken möchten wir auch unseren Lehrlingen vermitteln und sie für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren“, erklärt Teilnehmerin Diana Reuter. „Nachhaltigkeit ist für mich nicht nur Umweltschutz und Ressourceneinsparung“, ergänzt Teilnehmer Daniel Seiler, „besonders wichtig ist für mich als Ausbilder, aktuelle Methoden aufzugreifen. Nachhaltigkeit in der Ausbildung bedeutet für mich, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern die Auszubildenden auch handlungsfähig zu machen.“

Der Kursus verbindet Online-Seminare mit Projekten im Rahmen einer betrieblichen Praxisphase – und ermöglicht somit eine deutschlandweite Teilnahme. Ausbildende Fachkräfte der Berufe Milchtechnologe und Milchwirtschaftlicher Laborant können sich für den nächsten Kursus, der am 27. April startet, unter bit.ly/quanem-kurs anmelden.

Hintergrund der Auszeichnung

Setzen die insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele der UNESCO um (v.l.): Dr. Helmut Steinkamp, Ina Lange, Mareike Beer (Uni Osnabrück, Projektpartnerin NaMiTec) und Pia Wachenfeld.Thomas Hartwig

Der „Nationale Preis – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wird im Rahmen des UNESCO-Programms BNE 2030 verliehen. BNE 2030 steht für „Bildung für nachhaltige Entwicklung: die globalen Nachhaltigkeitsziele verwirklichen“. Nachhaltige Entwicklung heißt, Menschenwürde und Chancengerechtigkeit für alle in einer intakten Umwelt sicherzustellen. Bildung ist für eine nachhaltige Entwicklung zentral. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken.

In der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ist die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. Das 2020 gestartete UNESCO-Programm BNE 2030 zielt darauf ab, die strukturelle Verankerung von BNE im gesamten Bildungssystem voranzubringen. In Deutschland wird BNE auf der Grundlage des Nationalen Aktionsplans Bildung für nachhaltige Entwicklung umgesetzt.

Alle seit 2016 ausgezeichneten Initiativen sind auf der BNE-Akteurskarte zu finden (www.unesco.de/bildung/bne-akteure). Die Ehrung wird dreimal jährlich verliehen. Neben dem Milchwirtschaftlichen Bildungszentrum sind heute 28 weitere Initiativen ausgezeichnet worden.

 

Bildnachweis

© LUFA Nord-West